
Wenn die Wohnung zum Backofen wird
Klimaanlage ade: So bleibt das Haus natürlich kühl
Aufgeheizte Räume, stickige Luft und schlaflose Nächte kommen bei den Hitzewellen im Sommer immer häufiger vor. Lüften bringt keine Abkühlung und man überlegt schon eine Klimaanlage anzuschaffen, um der Hitze Herr zu werden.
Besser wäre es doch, wenn man die Wärme gar nicht erst ins Haus lässt. Fenster sind dabei häufig die Schwachstelle. Sonneneinstrahlung, die ungehindert in die Wohnung scheint, wirkt wie eine Heizung. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie ein sommerlicher Wärmeschutz aussehen kann.
Unser Sonnenschutz außenDer unterschätzte Hitze-Einlass
Warum Fenster im Sommer zur größten Hitzequelle werden
Dass Sonnenstrahlen Dinge aufheizen, auf die sie treffen, ist eine Beobachtung, die vermutlich jeder schon einmal gemacht hat. Das liegt daran, dass die meisten Materialien Teile des Sonnenlichtes absorbieren, was dann in Wärmeenergie gewandelt wird.
Bei durchsichtigen Flächen wie Glasfenstern ist der Absorptionseffekt stark verringert. Ein Großteil des Lichts wird durchgelassen und trifft dann erst in der Wohnung auf andere Materialien und heizt sie auf.
Die Wärme kann ohne Luftzirkulation nicht mehr in so großem Maße aus dem Innenraum entkommen, der sich immer weiter erhitzt. Das ist wie bei einem Glashaus.
Sie wollen also möglichst verhindern, dass die Wohnung mit direkter Sonneneinstrahlung getroffen wird. Das schaffen Sie mit dem richtigen Sonnenschutz.
Innen oder außen – was wirklich hilft
Hitzeschutz: Rollos, Vorhänge und Co. im Realitätscheck

Grundlegend gilt beim Sonnenschutz die Regel: Außen schlägt Innen. Wenn wir die Sonnenstrahlen abfangen, bevor sie das Glas passieren, kann sich der Raum dahinter nicht durch die Einstrahlung aufheizen.
Wie viel der Sonnenenergie abgeschirmt wird, hat man wissenschaftlich untersucht. Die zentrale Größe ist dabei der Fc-Wert (Abminderungsfaktor). Eine Zahl von 0,25 bedeutet, dass nur 25 % der Energie in den Raum gelangt. Ein kleinerer Wert ist also besser.
Einen Vergleich verschiedener Sonnenschutzprodukte findet man beispielsweise in der DIN 4108-2:
| Kategorie | Fc-Wert (DIN 4108-2), dreifach-Verglasung | Abgehaltene Sonnenenergie |
|---|---|---|
| Kein Sonnenschutz | 1,00 | 0 % |
| Innenliegender Sonnenschutz | ||
| Weiße oder hoch-reflektierende Oberflächen | 0,65 | 35 % |
| Helle Farben | 0,75 | 25 % |
| Dunkle Farben | 0,85 | 15 % |
| Außenliegender Sonnenschutz | ||
| Fensterläden/Rollläden ¾ geschlossen | 0,30 | 70 % |
| Fensterläden/Rollläden geschlossen | 0,10 | 90 % |
| Jalousien und Raffstoren, 45 Grad Lamellenstellung | 0,25 | 75 % |
| Jalousien und Raffstoren, 10 Grad Lamellenstellung | 0,15 | 85 % |
| Markise, parallel zur Verglasung | 0,25 | 75 % |
| Vordächer, Markisen allgemein | 0,50 | 50 % |
Auf Basis der Daten blocken also Rollläden, Jalousien/Raffstoren und Fenstermarkisen Sonneneinstrahlung am besten. Welches Produkt für Sie richtig ist, hängt von Ihren Präferenzen ab.
Licht präzise dosieren
Raffstoren: Der flexible Sonnenschutz für jeden Raum

Außenjalousien, oft auch Raffstoren genannt, bestehen aus einzelnen einstellbaren Lamellen. Sie lassen sich hochziehen oder absenken und ihr Winkel kann eingestellt werden.
So kann der Lichteinfall sehr flexibel gesteuert werden. Man kann Fenster nur zur Hälfte abdunkeln oder doch über einen offeneren Winkel etwas Licht in die Wohnung lassen. Da die Raffstoren außen montiert werden, ist ihr Hitzeschutz sehr gut.
Hoher Schutz, auch unter dem Dach
Rollläden: Zuverlässige Abdunklung

Wenn Sie eine Möglichkeit suchen, Räume wie das Schlafzimmer komplett abzudunkeln, dann ist ein Rollladen eine gute Wahl. Geschlossen bildet er eine weitgehend lichtdichte Abschirmung gegen die Hitze.
Ebenso bieten Rollläden aufgrund ihrer starren Konstruktion eine Lösung für schräge Fenster, wie sie oft im Dachgeschoss vorkommen.
Eine zusätzliche Dämmwirkung hilft im Winter, die Wärme im Haus zu halten. Rollläden sind also das ganze Jahr über gut für die Temperatur-Regulierung.
Textiler Sonnenschutz mit Stil
Fenstermarkisen: Hitzeschutz mit Gestaltungsfreiheit

Der außen montierte Stoffscreen einer Fenstermarkise besitzt je nach Material auch eine starke Abschirmwirkung. Die Leichtigkeit des Stoffes macht ihn zu einer guten Wahl für große Fensterfronten. Da er in den meisten Fällen aber nicht vollständig lichtdicht ist, blockt er nicht das komplette Sonnenlicht ab.
Ein großer Vorteil von Fenstermarkisen ist der Design-Aspekt. Stoffe, Farben und Dessins lassen sich meist frei wählen und individuell gestalten.
Auch ohne Umbau möglich
Hitzeschutz für Fenster nachrüsten

Viele der außenliegenden Sonnenschutzprodukte lassen sich ohne großen Aufwand nachrüsten. Für die Rollläden und die Außenjalousien eignen sich dabei insbesondere zwei Varianten:
- Vorbau-Systeme: Das Sonnenschutzprodukt wird in einem eigenen Kasten direkt vor das vorhandene Fenster montiert. Es muss nichts in die Fassade integriert werden. Das ist besonders gut für Renovierungen.
- Schacht-Lösungen: Wenn am Gebäude bereits ein alter Rollladenkasten vorhanden ist, können neue Rollläden oder Außenjalousien in den bestehenden Kasten eingebaut werden. Es wird nur das Innenleben getauscht.
Bei beiden Varianten muss am eigentlichen Fenster nichts geändert werden. Für einen sicheren Halt ist eine Befestigung an der Fassade trotzdem nötig. Eine Montage von einem Fachbetrieb ist deshalb eine Empfehlung.
Möchten Sie in einer Mietwohnung sommerlichen Wärmeschutz nachrüsten, dann sollten Sie das immer mit dem Vermieter besprechen. Da teilweise in die Bausubstanz eingegriffen wird, dürfen Sie die Montage meist nicht ohne Erlaubnis durchführen lassen.
Kühl, auch wenn niemand zuhause ist
Smart Home: Sonnenschutz der von selbst reagiert

Den ganzen Tag war es bewölkt. Doch kaum verlassen Sie für zwei Stunden das Haus, verschwinden die Wolken und die Sonne strahlt in Ihr Wohnzimmer. Wenn Sie Ihren Sonnenschutz nicht geschlossen haben, dann heizt sich der Raum direkt auf.
Damit das nicht passieren kann, gibt es heutzutage intelligente Smart-Home-Lösungen. Ein Sensor meldet die starke Sonneneinstrahlung und das System kann selbstständig den Sonnenschutz aus- oder herunterfahren. Selbst wenn Sie nicht daheim sind, wird Ihre Wohnung abgeschirmt.
So finden Sie den passenden Hitzeschutz für Ihr Zuhause
Direkte Sonneneinstrahlung kann den Innenraum über die Fenster schnell aufheizen. Sonnenschutz, der die Strahlen abfängt, schafft dort Abhilfe. Insbesondere außen montierte Lösungen helfen effektiv, Räume kühl zu halten.
Eine Kombination der Fensterverschattung mit einem Sonnenlichtsensor und einer Automatisierung sorgt möglicherweise dafür, dass Sie die nächsten Sommer keine Klimaanlage für alle Ihre Räume brauchen.